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Die Geschichte des Hauses PDF Drucken E-Mail

Ende der 70er Jahre kam bei den Speerfluglern der Wunsch nach einem eigenen Zeltplatz auf, um diesen für Stammesfahrten und -lager zu nutzen. Der damalige Stammesvorsitzende Josef Goy machte sich sodann auf die Suche. 1980 wurde Jupp auf eine kleine Kirche im osthessischen Örtchen Heimboldshausen der Marktgemeinde Philippsthal (Landkreis Hersfeld-Rotenburg) nahe der ehemaligen innerdeutschen Grenze aufmerksam. 

Diese Kirche wurde 1955 von den Bewohner als Notkriche errichtet, im Laufe der Jahrzehnte war sie jedoch nicht mehr in Gebrauch und stand nur noch vor sich hin.

Jupp packte die Gelegenheit beim Schopfe und erwarb die Kirche samt dem umliegenden Grundstück für den Stamm. Zu diesem Zwecke wurde der 'Förderverein für Jugendpflege Speerflug e.V.' ins Leben gerufen, der fortan Träger des Stammeshauses war.

Das Abenteuer Heimboldshausen konnte nun beginnen. Da es sich ja um ein altes Gotteshaus handelte, mussten nun viele Renovierungsarbeiten und Neuerungen getätigt werden. Ein Wohnzimmer, eine Küche und Betten gab es nicht. In den abervielen Arbeitseinsätzen unter Federführung von Jupp Goy entstand nun ein Haus, dass die Speerflugler als Ziel einiger Fahrten und Lager nutzten.

Hochbetten und Geräteschuppen wurden in langer Eigenarbeit gebaut. Herd, Spüle, Schränke und Wohnzimmermöbel wurden nach Heimboldshausen transportiert und so wurde die Notkirche immer wohnlicher.

Da sich die Kirche auf einer Anhöhe im Ort befindet, gab es bis Mitte der 80er Jahre keinen Kanalanschluss für die Toiletten. Es gab zwei Plumpsklos rechtseitig des Gebäudes. Und der Traum einer Öl- oder Gasheizung stand auch noch in weiter Ferne. Nein, zu dieser Zeit wurde noch mit Holz geheizt. Hierfür gab es einen riesigen Ofen, der in einem separaten Raum stand und die übrigen Räume mit warmer Luft versorgte. Dieser Raum wurde, da sich während der Heizperiode eine große Hitze darin ansammelte, von den Speerfluglern Karibik getauft.

Von Warmwasser und Dusche wurde auch lange Zeit nur geträumt. Lediglich 3 Waschbecken mit kaltem Wasser standen den Pfadfindern zum täglichen Waschen zur Verfügung.

Daher war es klar, dass sich im Laufe der Zeit etwas ändern und die Behausung mit modernen Gerätschaften ausgestattet werden musste. Nachdem eine automatische Ölheizung nunmehr das Haus mit Wärme versorgt, kam Mitte der 90er ein Sanitärbau mit Toiletten und Waschräumen für Männlein und Weiblein hinzu. Auch das Duschen ist seither möglich.

Die Zeiten der zugefrorenen Wasserleitungen, das Auftauen von Schnee, das viele Holzhacken zum Heizen und das Frieren auf der Toilette hatten jetzt allemal ein Ende gefunden. Diese Überlebenstaten sollten fortan nur noch in den Erinnerungen der Speerflugler lebendig sein.

So schuf Jupp mit den ach so vielen Helfern und Gönnern, an dieser Stelle sei auch Jupps Ehefrau Maria erwähnt, ein wahres Kleinod und eine zweite Heimat für den Stamm. Und von nun an, aufgrund der stetigen Ausbauung, entstand ein Freizeitheim, über das sich auch andere Gruppen erfreuen können. Denn, das Haus kann für mehrere Tage angemietet und genutzt werden.

Leider verstarb unser Stammesvater Jupp im September 2003. Das Abenteuer Heimboldshausen wird jedoch durch die Mitglieder des Stammes aufrecht erhalten. Helmut Kuhn, einst selbst Speerflugler gewesen, übernahm mit seinem Sohn Matthias den Vorsitz des Speerflug e.V. und kümmert sich seit dem Tod Jupps um das Haus.

Zusammen mit vielen ehemaligen Mitgliedern, Freunden und Bekannten feierte der Stamm am 16.05.2005 im Zuge seines Pfingstlagers die Namensgebung seines Freizeitheims. Bis dato hatte das Haus keine Bezeichnung, man sagte lediglich, dass man nach Heimboldshausen fährt. Zu Ehren und zum Andenken des Erschaffers des Stammeshauses wurde es 'Jupp-Goy-Haus' getauft.

Der Stamm Speerflug dankt herzlichst allen, die an der Entstehung dieses einzigartigen Heims halfen und helfen.